Arbeitsfeld
BIODIVERSITÄT

Biodiversität - ein häufig verwendeter und doch schwer fassbarer Begriff. Beim Nachdenken über die Landwirtschaft der Zukunft spielt er eine große Rolle: Zukünftige Pflanzenbausysteme sollen die Biodiversität der Agrarlandschaft erhalten, im Idealfall sogar fördern. Organismen, deren Lebensräume in Agrarbereichen liegen, können die Ausbreitung von Schädlingen kontrollieren, Nährstoffe recyceln und Nutzpflanzen bestäuben.

 

Fruchtfolge

Wird die Fruchtfolge von drei auf sieben Glieder erweitert, wird eine Steige­rung der (Kultur-)Artenvielfalt um über 50 Prozent angenommen. Durch den Anbau verschiedener Nutzpflanzen in Streifen steht den Lebe­wesen eine Vielzahl an verschiedenen Lebensräumen zur gleichen Zeit und in direkter Nähe zur Verfügung. Zusätzlich vervielfältigen die jeweils kultur­spezifisch unterschiedlichen Erntezeitpunkte, Boden­bearbeitungs­abfolgen sowie Blüh- und Wachstumsphasen das Angebot an Kleinklimata, Nischen und Strukturen.

 

Noch sind nicht alle Auswirkungen einer erweiterten Fruchtfolge auf die Insektenpopulation bekannt. Genau deshalb ist die Erforschung des Ökosystems in unserem diversifizierten Pflanzenbausystem so zentral.


Biodiversitätsstreifen “Beetle Banks”

Biodiversitätsstreifen fördern nicht nur den Kulturpflanzenreichtum, son­dern auch die Vielfalt an Tierarten auf dem Versuchsfeld. Die als Insekten­wälle - sogenannte Beetle Banks - angelegten Streifen bieten den Insekten durch die angesäten Blütenpflanzen und abgestorbenen Stängel Vermeh­rungs- und Rückzugsorte. Durch die wallförmige Struktur wird das Mikro­klima auf dem Versuchsfeld weiter diversifiziert. Zusätzlich bieten die Wälle günstige Überwinterungsquartiere für die Insekten.


Das Versuchsfeld bietet verschiedenen Insekten ideale Bedingungen: So ist etwa der Laufkäfer auf Randstreifen (Flurgrenzen) angewiesen. Schweb­fliegen und parasitoide Wespen benötigen wiederum Nektar von Blütenpflanzen.


Trotz moderner digitaler Forschungsmethoden erscheint die komplette Erfassung aller beteiligter Organismen sowie deren Beziehungen zur Landschaft und untereinander noch schwierig. Doch mithilfe einer gene­tischen Artbestimmung (Metabarcoding) wird die Erfassung auch uner­forschter Arten wie der Zweiflügler und Hautflügler möglich.


Während der Projektlaufzeit wird die Insektenfauna unseres Feldlabors wird in den verschiedenen Kulturen und auf den Biodiversitätsstreifen zu verschie­denen Zeitpunkten immer wieder erfasst. Dazu werden die Tiere mit einem umgebauten Laubsauger, mit Kescherfängern und Malaise­fallen gefangen.

 

 

Team Biodiversität

Johannes Burmeister erforscht am Institut für Agrarökologie die Insekten­fauna landwirtschaftlich genutzter Flächen sowie die Auswirkungen verschiedener Maßnahmen und Bewirtschaftungssyteme auf die Lebens­raumfunktion für nützliche Insekten.

 


 

Wissen­schaftliche Veröffent­lichungen